Wasserführender Kaminofen

Bei vielen kaminofen-Händlern und Sanitärhäusern wird der wasserführende Kaminofen hoch angepriesen, darum lohnt es sich, diesen Trend einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Was spricht also für einen wasserführenden Kaminofen, was dagegen?

Der wohl größte Vorteil eines wasserführenden Kaminofens ist, dass nach erfolgreicher Installation jeder Raum damit geheizt werden kann. Dabei steht es jedem frei, ob der Kamin an das Heizungssystem angeschlossen, oder mit einem separaten Pufferspeicher installiert wird. Es liegt natürlich auf der Hand, dass ein separater Anschluss um einiges teurer werden kann, deshalb ist der Anschluss an die Zentralheizung mittlerweile auch der Standard.

Damit kommen wir zum größten Nachteil des wasserführenden Kaminofens: Der Kostenpunkt. Denn neben dem eigentlichen Ofen (der in der Regel um 1000€ teurer ist als ein vergleichbares Modell ohne Wassertechnik) fallen weitere Kosten für den Anschluss an die Zentralheizung an. Zusätzlich muss oft ein größerer Pufferspeicher angeschafft werden. Auch die Installationskosten durch Verlegen der Wasserrohre und Anbringen der Technik sind nicht zu unterschätzen. Da eine solche Installation auch nicht unbedingt von einem Heimwerker durchgeführt werden sollte, und die Arbeitszeit bei nachträglicher Aufrüstung zusätzlich in die Höhe steigt, wird empfohlen, sich gleich beim Bau des Hauses für oder eben gegen einen wasserführenden Kaminofen zu entscheiden.

Zur Funktionsweise eines wasserführenden Kaminofens ist es erklärenswert, dass das Wasser auf ca. 65° Celsius vorgeheizt wird, bevor es im Kaminofen dann auf 85-90°° Celsius aufgeheizt wird. Über eine Rücklaufanhebung, die einen Teil des warmen Wassers aus dem Kaminofen wieder zumischt, wird die erhöhte Vorlauftemparatur erreicht. Zu kaltes Wasser wäre schlecht für die Verbrennung, das der Feuerraum zu sehr gekühlt werden würde. Zudem würde sich bei kaltem Wasser außen an der Wassertasche noch mehr Glanzruß bilden. Das ist ohnehin schon ein Problem: ein wasserführender Kaminofen muss regelmäßig gereinigt werden, um den Glanzruß zu entfernen.

Bei ungefähr 300° Celsius Abgastemperatur ist der Zug im Inneren des Schornsteins am besten. Allerdings erreichen wasserführende Kaminöfen eine solche Temperatur nicht. Daher ist ein solcher Kaminofen nicht für jede Schornsteinsituation geeignet. Auch hier gilt: Im Neubau kann man diesen Schornstein von Anfang an berücksichtigen. Für den Verbraucher bedeutet ein unpassender Schornstein, dass das Holz nicht optimal verbrennt, was wiederum dazu führt, dass man mehr Holz für die gleichen Temperaturen braucht.

Zurück zu den 85° Celsius Ausgangswärme: Meistens wird kein 85° heißes Wasser benötigt, sondern nur ca. 30-40° warmes (zum Beispiel für die Fußbodenheizung oder die Dusche). Man erwärmt also Wasser auf 85°, um es anschließend wieder mit kaltem Wasser zu mischen, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Das wir im Wasserhahn auch so gemacht, doch bei Temperaturdifferenzen von 40° Celsius und mehr und der Menge an Wasser geht eine Menge Energie verloren, denn desto größer die Temperaturdifferenz zwischen zwei Stoffen (beispielsweise), desto schneller wird die Energie abgegeben.

Was auch noch gegen den wasserführenden Kaminofen einwerfen kann, ist die Tatsache, dass viele Leute ihn als “nicht ganz so gemütlich“ empfinden, da er nur ungefähr ein Drittel der Strahlungswärme eines herkömmlichen Kaminofens hat. Die restliche Wärme fließt ins Wasser.

Die geringere Strahlungswärme ist auf der anderen Seite das große Plus des wasserführenden Kaminofens. In modernen Niedrigenergiehäusern wird es im Aufstellraum des Ofens schnell zu warm. Hier erfüllt der wasserführende kaminofen die wichtige Funktion, Wärme aus dem eigentlichen Aufstellraum “abzuziehen“ und über die Zentralheizung in anderen Räumen des Hauses zu verteilen. Zusätzlich bietet die Wassertechnik die Möglichkeit, die Wärme auch zeitlich zu verteilen. Der einmal aufgeheizte Pufferspeicher verteilt noch Wärme, während das Feuer schon lange aus ist.

Es liegt also viel an der Gebäudesituation, ob sich die Investition lohnt. Lassen Sie sich am besten von einem Ofenexperten beraten.


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